Arbeitswelt im Wandel: So tickt die Generation Y!

Posted by on Nov 10, 2015 in Allgemein | No Comments

Greed is right, greed works! – lässt Oliver Stone im Film „Wall Street“ (1987) seinen Protagonisten, den Finanzhai Gordon Gekko (Michael Douglas) das Karriere-Dogma der 1980er Jahre aussprechen. Im nach Geld und Ruhm strebenden Yuppie Bud Fox (Charlie Sheen) findet der Meister einen ebenso willfährigen wie skrupellosen Schüler. Auch wenn die von hoher krimineller Energie geprägten Deals letztlich in Ruin und Gefängnis münden, so ist der Film doch eine Art überzeitliche Matrix für das 1×1 des prototypischen Karrieristen geworden. Nun sind zwar mehr als 25 Jahre und eine globale Wirtschaftskrise seit „Wall Street“ ins Land gezogen, doch wenn der Begriff „Karriere“ fällt, denken viele Menschen immer noch an die Leinwand-Yuppies aus dem Hollywood jener Tage. Nicht zuletzt die Führungs- und Rekrutierungsebenen in den Unternehmen.

Vielerorts wird immer noch so agiert, als seien Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die etwas erreichen wollen, quasi per Naturgesetz so gestrickt wie Bud Fox – mit denselben Werthaltungen etc.. Dementsprechend werden sie von Führungskräften angesprochen und behandelt wie ein uniformes Heer von Karrieristen, die alle nach demselben Muster gestrickt sind. Mit dem Ergebnis, dass die hierarchische Kommunikation von oben nach unten heute immer öfter ins Leere zielt. Der Wandel des Faktors Arbeit, Globalisierung & Digitalisierung sowie das Wachsen multikultureller Gesellschaften hat auch die Menschen im beruflichen Kontext sich grundlegend verändern lassen. Ein Prozess im übrigen, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Das Bild zeigt eine Gruppe junger Menschen eim angeregten Gespräch am Arbeitsplatz - Symbolische Bildaussage: Führungskräfte stehen heute vor neuen Herausforderungen - die Generation Y ist deutlicher heterogener als frühere Generationen von Arbeitskräften!

Dies gilt insbesondere für die Generation Y, geboren zwischen 1977 und 1998. Diese wird bereits im Jahr 2020 den Großteil der Arbeitsbelegschaft stellen. Wie Studien (Generation Y Studie 2014, Consulting cum laude GmbH in Kooperation mit facit Research) zeigen, legt diese deutlich mehr Wert auf die gelebte Kultur in einem Unternehmen als frühere Generationen. Beziehungsqualität (Freunde/Familie) und der Umgang zwischen Menschen im Unternehmen werden von den sogenannten „Millenials“ höher gewichtet als Karriere im klassischen Sinn. Vor allem aber wird die Trennung zwischen Berufs- und Privatleben immer fließender.

Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Unternehmen: sie müssen ihre Führungsebenen zunehmend darauf einstellen, um im vielbeschworenen War for Talents nicht unterzugehen. Die Führung von Teams mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Wertesysteme, etc. stellt deutlich höhere Ansprüche als die Führung einer weitgehend homogenen Einheit. Die Führungskräfte von morgen werden dabei in unterschiedlichen Rollen gefordert sein: als Coach, um die persönliche und fachliche Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen, um adäquat Feedback zu geben aber auch um bei privaten Sorgen das notwendige offene Ohr zu haben. Wenn es im Team zu Unstimmigkeiten oder Streit kommt – was bei zunehmender Heterogenität im Team nicht unwahrscheinlich ist -, werden professionelle Mediatorenfähigkeiten gefragt sein.

Die klassische Führungsqualität im Sinne von strategischen Entscheidungen und Richtungsvorgaben wird damit aber nicht obsolet – ganz im Gegenteil! Wer ein Team effektiv führen will, muss Klarheit vermitteln. Nur wird sie so vermittelt und vorgelebt werden müssen, dass sie auch für verschiedene Menschentypen annehmbar ist. In Summe werden die Anforderungen an Führungskräfte nicht nur quantitativ sondern auch an Komplexität zunehmen.

Um ihnen gerecht werden zu können, wird es für Manager und Managerinnen immer wichtiger sein, die eigene Persönlichkeit exakt zu kennen, um zu wissen, wie man seine Stärken bewusst einsetzen und durch Selbstreflexion das persönliche Führungsverhalten laufend optimieren kann. Nur so kann es gelingen, Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit verschiedenartigen persönlichen Zielen etc. zum gemeinsamen Erfolg zu führen. Soft Skills zu entwickeln ist etwas, das heute in vielen Unternehmen gerne als Lippenbekenntnis vorgetragen aber nicht in professionellem Stil angegangen wird. Datenbasierte und auf wissenschaftlicher Auswertung basierende Personaldiagnostik für Führungsteams wird in diesem Zusammenhang ohne Zweifel zu einem erfolgskritischen Faktor. Altgediente Motivationssprüche á la Wall Street – wenn du einen Freund brauchst, kauf dir einen Hund! – werden dann endgültig in den Archiven der Geschichte gelandet sein.

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Dieser Beitrag ist eine Fortführung von Ideen, die ich im Rahmen der Präsentation Megatrends: Mensch & Digitale Zukunft bei der Veranstaltung Die Zukunft der Unternehmensberatung am 3.11.2015 im Club UB präsentiert habe.


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